Heu

Wer sich mit der Ernährung kleiner Heimtiere beschäftigt, weiß: Die Grundlage ist Heu. Aber warum gerade Heu? Und wie wirkt es auf das Verdauungssystem und den ganzen Organismus des Tieres?

Heu sind Gräser, Leguminosen und andere Pflanzen, die vor der Reife gemäht und anschließend – meist auf natürliche Weise – getrocknet werden. Gerade der niedrige Wassergehalt macht dieses von unseren Lieblingen so gern gefressene Futter wertvoll. Hinzu kommen viel Rohfaser, Calcium und Phosphor bei wenig Fett. Das schmackhafteste und begehrteste Heu stammt aus dem ersten Schnitt – es ist dann am festesten und wird am liebsten gefressen.

Was ist Rohfaser?

  1. Verdauliche Faser – strukturelle Kohlenhydrate, eine hervorragende Quelle langsam freigesetzter Energie. Die wichtigsten Vertreter sind Cellulose und Hemicellulose. Cellulose besteht wie Stärke aus vielen Glucosemolekülen, ist also ein Mehrfachzucker – durch ihren anderen Aufbau und ihre andere Funktion unterscheidet sie sich in der Verdaulichkeit jedoch deutlich.
  2. Unverdauliche Faser – Nicht-Zucker-Verbindungen wie Lignin. Lignin widersteht sowohl Verdauungsenzymen als auch der bakteriellen Fermentation und hat daher keinen Nährwert. Es erfüllt aber eine andere, sehr wichtige Aufgabe: Im Verdauungstrakt wirkt es wie ein „Besen“ für Futterreste und sorgt so für eine gesunde Darmbewegung. Je steifer und verholzter eine Pflanze ist, desto mehr unverdauliche Faser enthält sie – reich daran sind z. B. die verholzten Stängel der Luzerne oder Haferspelzen.

Viel Rohfaser und wenig Wasser machen Heu zu einem Futter, das nicht leicht zu fressen ist: Damit ein Halm vor dem Schlucken ausreichend zerkleinert wird, muss das Tier lange kauen. Das wirkt sich sehr günstig auf die Backenzähne aus, fördert ihren Abrieb und beugt übermäßigem, falschem Wachstum vor. Außerdem unterstützt Heu eine gesunde Darmbewegung – deshalb wird bei Durchfall oder anderen Verdauungsstörungen so oft empfohlen, nur Heu zu füttern. Rohfaser liefert sichere, langsam freigesetzte Energie in Form flüchtiger Fettsäuren. Es besteht also keine Gefahr, dass Heu zum Beispiel im Verdauungstrakt eines Chinchillas zu gären beginnt und Blähungen verursacht – im Gegenteil: Es wird langsam verdaut und versorgt das Tier lange mit Energie. Ebenso wichtig ist der hohe Gehalt an Calcium und Phosphor. Wie viel davon enthalten ist, hängt von vielen Faktoren ab – von der Zusammensetzung des Heus (welche Pflanzenarten es enthält), vom Wetter während Wachstum, Trocknung und Lagerung, von der Düngung, vom Boden und sogar vom Wachstumsstadium der Pflanzen bei der Ernte.

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